Als die Tiere die Schimpfwörter Leid waren: Klasse 6c präsentiert ein Musical mit Witz und Charme

„Ey, du dumme Kuh!“, „Straßenköter!“ und „blöde Ziege, du!“ tönt es von der Bühne – doch was nach Hasstiraden klingt, sind einstudierte Liedzeilen, die die Klasse 6c am 23. November 2019 vor knapp 150 Zuschauern in der Aula der Goetheschule gekonnt präsentierte. Vier Monate lang hatten die Schülerinnen und Schüler das Musical „Als die Tiere die Schimpfwörter Leid waren“ von Mechthild von Schoenebeck einstudiert, und nun standen alle in bunten Kostümen und etwas aufgeregt auf der Bühne.

Das Muscial beginnt mit Grüppchen von Jungen und Mädchen, die sich auf dem Schulhof gegenseitig mit Tiernamen beschimpfen. „Es ist doch nicht zu fassen“, moniert Ratte Rasko (gespielt von Devin Mai), die immer wieder die Streitereien mitverfolgen muss und sich in einem Rap darüber auslässt, „wie die Kinder sich heut‘ streiten“. Und so berichtet Rasko in einem Song Kuh Kunigunde, Esel Eduard, Ziege Zilli und den anderen Tieren von den ständigen Beleidigungen. „Das ist doch wohl eine Unverschämtheit, und wir finden, dass das nicht geht!“ tragen die Tiere im Chor vor. Doch Ideen fehlen und die Rachepläne, die die Tiere vorschlagen, werden verworfen, nachdem die weise Eule Eulalia die Tiere daran erinnert, dass Vergeltung „nicht gerade von Genie [zeugt]“. Eulalia (gespielt von Falk Stracke) schlägt vor, eine List anzuwenden, der die Tiere zustimmen. Um den Kindern eine Lektion zu erteilen, werden sie verzaubert und verlieren ihre Stimme.

Um diese wiederzuerlangen, müssen die Kinder die Tiere zum Lachen bringen. Doch diese legen erstmal vor: Bei der „Show der Tiere“ beweisen die Schülerinnen und Schüler ihr Gesangstalent, indem sie solistisch glänzen. Auch dies geschieht mit viel Witz, Talent und Charm – wenn z.B. Schwein Schwarte (gespielt von Niklas Thiemann) beklagt, die Menschen hätten es ja ohnhin nur auf seinen Schinken abgesehen oder Schlange Mississippi (gespielt von Elise Schatz) Akrobatikeinlagen vorführt.

Doch die Kinder stehen den Tieren in nichts nach und präsentieren Clownerie, pantomimisches Tauziehen, Gags, Showeinlagen und sogar eine zusammenbrechende Pyramide, was die Tiere zum Glück tatäschlich zum Lachen bringt.

Reichlich amüsiert befreien sie die Kinder daraufhin von ihrem Bann. Ob sie sie nun ausgelacht oder über ihre Show gelacht haben, lassen sie dabei offen – doch die Kinder versprechen: „Wir wollen nicht mehr schimpfen, wie früher, wüst und roh. […] Es geht auch ohne Pöbeln und ohne Kampfgeschrei.“ Und so stimmen alle in die letzte Strophe ein: „Wir haben uns verstanden, die Story ist nun aus.“
Die gelungene Vorführung, der viele Stunden mit Proben vorausgingen, honorierten die Zuschauer mit viel Applaus. Nach dem großen Erfolg der öffentlichen Aufführung wurde das Musical ein zweites Mal vor den 5. Klässlern der Goetheschule aufgeführt, was ebenfalls auf positive Resonanz der anwesenden Schüler*innen und Lehrenden stieß.

Das Einstudieren des Musicals konnte im Rahmen des Musikunterrichts und der Verfügungsstunden unter der Leitung von Frau Wolfrum verwirklicht werden. Dabei ging es nicht nur um die Melodien und Texte, die zu gestalten und auswendig zu lernen waren, sondern auch um alles, was zum Musical dazugehört: Die Planung und Gestaltung von Bühnenbildern, Requisiten und Kostümen, das Bedienen des Vorhangs und das Soufflieren wurden fast ausnahmslos von den Schülerinnen und Schülern der 6c ausgeführt. Unterstützung bekamen wir durch unseren Pianisten Elias Pasche aus Göttingen und bei der Technik (Licht und Ton) von Jonathan Heßler und Tim Reger aus dem 11. Jahrgang (Technik-AG). Kurz vor der Aufführung profitierten die jungen Musicaldarsteller sogar von einem Coaching der studierten Schauspielerin Marie Heger aus Einbeck.

Allen Beteiligten und Helfern sei auch an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt!

Das Projekt und die beiden gelungenen Aufführungen werden sicher allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. So manches Gesangs- und Schauspieltalent konnte dabei entdeckt und gefördert werden! Ob es gleich ein neues Musical gebe, fragten viele Schüler*innen gleich nach der Aufführung. Ja, es soll weitergehen – aber diesmal für alle musicalbegeisterten Schüler und Schülerinnen der Unter- und Mittelstufe:

Im Rahmen des Ganztagangebots wird die Chor-AG ab Februar das Musical „Zauberer von Oz“ einstudieren und im Sommer aufführen. Also notiert euch schonmal den Dienstag Nachmittag: Wir freuen uns auf viele bekannte und neue Gesichter!

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