Schule – und dann? Ehemalige Goetheschüler berichten von den Möglichkeiten eines dualen Studiums

Back to school – und das freiwillig! Genau darauf ließen sich Patrick Schulze, Abiturjahrgang 2013, und Henrik Lechte, Abiturjahrgang 2015, ein. Sie kehrten zurück an ihre alte Wirkungsstätte, die Goetheschule, um dem jetzigen 11. Jahrgang die Möglichkeiten eines dualen Studiums vorzustellen, also eines Studiums, das Theorie und Praxisausbildung parallel gestaltet.

Beide Abiturienten hatten sich seinerzeit rechtzeitig vor dem Abitur bei ihren Wunschausbildungsstätten beworben und je ein unterschiedliches Bewerbungsverfahren durchlaufen. Bei Patrick Schulzes Ausbildungsbetrieb „Renold“ führte man ein klassisches Assessmentcenter durch, während Henrik Lechtes Ausbildungsbetrieb SAP nach ersten, erfolgreich absolvierten online-Tests auf ein zentrales Bewerbungsgespräch setzte. Mit der Zusage verpflichtete sich der Ausbildungsbetrieb jeweils für die finanzielle und organisatorische Übernahme der Ausbildung zunächst bis zum Bachelorexamen. SAP ermöglicht wenigen, sehr erfolgreichen Absolventen des Bachelorexamens den Masterstudiengang.

Henrik Lechte berichtete von seinem Studium zum Bachelor of Science im Bereich der Wirtschaftsinformatik, einer insgesamt dreijährigen Ausbildung. Sie kombiniert in Blöcken von je drei Monaten das Studium an der Hochschule in Mannheim und die Praxiserfahrungen in der Firma SAP in Walldorf/Baden. Annähernd vergleichbar gestaltet sich die Ausbildung Patrick Schulzes zum Bachelor of Engineering; neben der zweijährigen Ausbildung zum Industriemechaniker bei Renold in Einbeck studiert er sieben Semester an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen.

Als Vorteil eines dualen Studiums sahen beide Studenten die Finanzierung ihres Studiums, die sie unabhängig macht von möglicher Verschuldung durch Bafög oder Zeit raubenden Nebenjobs. Oft würden auch Zusatzleistungen finanziert wie Sprachkurse oder Fachbücher. 30 Tage Urlaub seien ebenfalls eingeschlossen. Die Betriebe ermöglichen jeweils Praxiserfahrungen im Ausland, da beide Firmen über weltweite Niederlassungen verfügen. Für Patrick Schulze bedeutet dies ein Hineinschnuppern in die Lebens- bzw. Arbeitswelt der australischen Niederlassung, für Henrik Lechte wird es die Erfahrung des Arbeitens in Palo Alto/Kalifornien, also im Silicon Valley, bedeuten. Vorteilhaft erschienen beiden Studenten weiterhin die kleinen Lerngruppen sowie die engagierten Dozenten aus der Praxis. Die komprimierte Wissensvermittlung bedeute auch einen hohen Zeit- bzw. Lernaufwand; dessen sollten sich Interessierte bewusst sein. Und nach dem Examen? Dann ist häufig ein Einstieg direkt ins Unternehmen möglich oder die Fortführung des Studiums, nun mit dem Ziel des Masterabschlusses. Eine zeitlich begrenzte vertragliche Bindung an das Unternehmen ist durch den Ausbildungsvertrag üblich – wie im Fall Patrick Schulzes-, aber nicht zwingend notwendig – so bei Henrik Lechte.

Der lebendig vorgetragene Bericht der beiden ehemaligen Goetheschüler gab einen anschaulichen Einblick in die Möglichkeiten eines dualen Studiums für die derzeitigen Goetheschüler und war nicht zuletzt deswegen eine „Berufsberatung der besonderen Art“.

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